Das Mauswiesel
Tier des Jahres 2026!
Die jährliche Kür beschränkt sich nicht nur auf Vögel. Neben den gefiederten Tieren wird nämlich auch in anderen Kategorien gewählt, um auf deren Besonderheit und Bedrohung hinzuweisen. In Summe bilden die auserwählten Pflanzen, Tiere, Pilze und sogar Steine die „Natur des Jahres“. .
Auch wenn die erwähnten Wahlen vor allem einen symbolischen Wert haben, so schaffen sie Bewusstsein. Dieses sorgt wiederum für Interesse. Bewusstseinsarbeit ist daher ein erster wichtiger Schritt, um den Grundstein für Veränderung zu legen. Es ermöglicht unter anderem ein umfangreiches Bild davon zu schaffen, worunter die heimische Natur leidet und wie man dafür sorgen kann, entsprechende negative Einflüsse möglichst zu minimieren oder gar zu eliminieren. Je mehr Leute somit erreicht werden, umso größer ist die Chance, dass auch tatsächlich entsprechende Maßnahmen gesetzt werden, von dem unter anderem das Mauswiesel profitieren kann.
So sieht es aus, das Mauswiesel
Das Mauswiesel ist mit einer Körperlänge von gerade einmal vierzehn bis neunzehn Zentimetern das kleinste Wiesel und außerdem das kleinste Raubtier der Welt. Berücksichtigt man den Schwanz des kleinen Mardertiers, kommen noch etwa drei bis fünf weitere Zentimeter hinzu. Bei dieser Größe ist es nur wenig verwunderlich, dass es nur dreißig bis einhundert Gramm auf die Waage bringt. Das Fell des Mauswiesels ist auf der Oberseite gänzlich braun und auf der Bauchseite weißlich gelblich gefärbt. Spannend hierbei ist, dass sich die Fellfarbe je nach Jahreszeit ändert. Um im Winter mit der angeschneiten Umgebung zu verschmelzen, ist das Fell des Mauswiesels in der kalten Jahreszeit gänzlich weiß.
Zur generell niedlichen Gestalt tragen wesentlich die kleinen runden Ohren, die dunklen Knopfaugen, die kleine spitze Nase und die kurzen Beine bei. Man darf sich von der Länge der Beine jedoch nicht täuschen lassen. Trotz ihrer Kürze ist das Mauswiesel äußerst flink.
Verwechslungsgefahr besteht durchaus, und zwar mit dem Hermelin. Mit ein wenig Übung sollte jedoch auch deren Unterscheidung trotz flinker, quirliger Art möglich sein. Hermeline sind eine Spur größer. Sie besitzen zudem eine schwarze, wie in Tinte getauchte, Schwanzspitze. Auch das restliche Fell unterscheidet sich ein wenig. Die Abgrenzung der beiden Farbtöne ist nämlich beim Hermelin deutlich schärfer und linearer vorhanden als beim Mauswiesel.
Lebensraum & Lebensweise
Der Lebensraum der Mauswiesel ist durchaus divers. Waldränder, Wiesen, aber auch landwirtschaftlich genutzte Flächen zählen mitunter zu den bevorzugten Habitaten. Besonders hierbei ist jedoch, dass diese meist in Höhen von 2.500 bis 3.000 Metern Seehöhe liegen. Dort streift es als territorialer Einzelgänger am liebsten allein umher. Aufgrund seiner Größe ist natürlich auch seine Beute im Normalfall im entsprechenden Maßstab gewählt. Bevorzugt wird Jagd auf kleine Nagetiere, wie etwa Wühlmäuse gemacht. Auch Vögel, Eidechsen, Wirbellose kann der äußerst flinke und geschickte Jäger erbeuten. Sogar Aas wird bei Gelegenheit verzehrt. Die Körperform des Wiesels ermöglicht es ihm, ideal in Gangsystemen von im Erdreich lebenden Na-gern zu jagen. Auch in alten Trockensteinmauern können Mauswiesel immer wieder beobachtet werden, wie sie auf der Suche nach Beute zwischen den Steinen umherhuschen. Kaum zu glauben, aber immer wieder stehen auch Tiere, die deutlich größer sind als das Mauswiesel selbst auf dem Speiseplan. Hierbei sind etwa Kaninchen als Beispiel zu nennen. Nicht selten kommt es vor, dass in den Nestern auch ein Nahrungsvorrat angelegt wird.
Als Nest und Unterschlupf dienen ihnen Baumwurzeln, Spalten, Baumlöcher, Steinhaufen, aber auch verlassene Baue im Untergrund. Da es sich beim Mauswiesel um ein dämmerungs- beziehungsweise nachtaktives Tier handelt, werden diese Rückzugsorte meist tagsüber bezogen. Auch Sichtungen tagsüber können sind jedoch mit ein wenig Glück möglich. Mauswiesel sind stark territorial. Das bedeutet, dass sie andere Individuen nur zur Paarungs-zeit im eigenen Revier dulden. Überwiegend sind es die Männchen, die dabei ihre eigenen Reviere verlassen und auf die Suche nach einem paarungsbereiten Weibchen begeben. Es wurde festgestellt, dass Mauswiesel das ganze Jahr über „fortpflanzungsfähig“. Ihre Hauptpaarungszeit liegt jedoch im Frühling bis Spätsommer. Stark abhängig ist der Zeitpunkt der Verpaarung vom vorhandenen Nahrungsangebot. Ein Wurf umfasst zwischen vier und sechs Jungwiesel. Diese sind bereits nach nur drei bis vier Monaten selbst geschlechtsreif. Das räuberische Mauswiesel ist natürlich vor allem aufgrund seiner Größe nicht davor gefeit, selbst zur Beute zu werden. Genauer gesagt sind es sogar einige heimische Tiere, die Jagd auf das Mauswiesel machen und sich von seinem eigenen räuberischen Verhalten nicht abschrecken lassen. Die Hauptfressfeinde sind unter anderem der Fuchs, andere Wiesel, Greifvögel und Eulen. Wie auf viele andere Wildtiere stellen auch für Mauswiesel Hauskatzen ein großes Problem dar.
Das Mauswiesel
Lateinisch: Mustela nivalis
Familie: Marder (Mustelidae)
Größe: ca. 14 – 19cm (ohne Schwanz)
Färbung: braun, weißlich, gelblich
Verbreitung: fast ganz Europa, Teile Asiens, Nordamerika
Nahrung: kleine Nagetiere, Eidechsen, Wirbellose
Lebensraum: offene Landschaften, Wiesen, Felder, Brachen, Hecken, meist höhere Lagen
Das Mauswiesel in Österreich
Das Mauswiesel hat bei uns zu Lande vor allem mit dem Verlust von Lebensräumen zu kämpfen. Dieser ist meist die Folge von Zersiedelung sowie großflächiger intensiver Landwirtschaft. Selbstverständlich spielen auch Fressfeinde eine wesentliche Rolle bei der Eindämmung der Bestandszahlen. Größtenteils sind jedoch die anthropogenen Einflüsse wesentlich schuld an der Gefährdung des Mauswiesels. Als Beispiel ist das stetig dichter werdende Straßenverkehrsnetz zu nennen. Das Fehlen von Querungsmöglichkeiten führt leider nur allzu oft dazu, dass Mauswiesel und viele andere Wildtiere Autos zum Opfer fallen.
Als Förderungsmaßnahme ist es daher unumgänglich, sichere Lebensräume zu erhalten. Vor allem deren Strukturierung und Vernetzung spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Strukturen wie hohle Baumstämme, Asthaufen, Steinmauern, Hecken oder ähnliche Rückzugsmöglichkeiten sind genauso wie ein breites Nahrungsangebot unverzichtbar für den Arterhalt. Aufgrund starker Schwankungen hinsichtlich des Bestands können mancherorts Vorkommen gänzlich verschwinden. Bei guter Vernetzung bleiben diese Lebensräume jedoch weiter erschlossen und können somit wieder besiedelt werden.
Tierportrait von Jakob Kuhn