Rosmarin Blüten

Der Rosmarin

Salvia rosmarinus

Rosmarin gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und besiedelt im Mittelmeerraum bevorzugt Felshänge. Auch sein lateinischer Name Rosmarinus – zu Deutsch: „Tau des Meeres“ – deutet auf die Bevorzugung von Küstenregionen hin. Der Name könnte allerdings auch vom griechischen rhops myrinos herkommen, was „balsamischer Strauch“ bedeutet und auf den hohen Gehalt an ätherischen Ölen hinweist.

R osmarin ist unter seinem botanischen Namen Rosmarinus officinalis bekannt, gehört jedoch seit 2020 der Gattung Salbei an und heißt deshalb nun Salvia rosmarinus .

Ein Strauch mit blauen Blüten

Rosmarin ist ein mehrjähriger Halbstrauch, weil seine Triebspitzen bis zum Winter nicht vollständig verholzen. Er bildet einen dichten, aufrechten Busch, der im Alter sehr ausladend werden kann. Einige Sorten erreichen an optimalen Standorten eine Höhe von bis zu zwei Meter.

Üblicherweise bilden sich von März bis April in den Blattachseln der Triebenden des Rosmarins die ersten röhrenförmigen Lippenblüten. Ihr Farbspektrum reicht je nach Sorte von Blauviolett über Hellblau bis zu Rosa und Weiß.

Der richtige Standort

Rosmarin wächst am besten an sonnigen, warmen und geschützten Standorten. In milderen Regionen lässt er sich im Beet wie in Kübeln pflanzen. Der Boden sollte trocken, durchlässig sowie kalkhaltig sein. Auch steinige Böden eignen sich für die Pflanzung. Bei kälteren Temperaturen ist es ratsam, Rosmarin in einem Pflanzkübel auf der Terrasse oder dem Balkon zu kultivieren. Dann kann man ihn in der kalten Jahreszeit problemlos ins Haus holen.

Wer Rosmarin im Topf halten möchte, sollte die Kübelerde mit viel Sand oder Tongranulat mischen, da der Halbstrauch am besten in humusarmen, mineralischen Substraten gedeiht. Rosmarin sollte zwar regelmäßig, aber nur wenig gegossen werden. Außerdem muss der Topf ein Abzugsloch haben, durch das Gießwasser abfließen kann.

 

Pflanzen und pflegen

In Regionen mit milderem Klima wird Rosmarin im Freien angebaut. Dort steht er am besten in Kräuterspiralen zusammen mit Lavendel, Thymian oder Ysop am höchsten und sonnigsten Punkt. Allerdings sollten Sie ihn als Freilandpflanze unbedingt schon im Frühjahr in magere und durchlässige Erde setzen. Düngen ist bei Freilandpflanzen nicht erforderlich, jedoch brauchen sie in kalten Regionen während der kalten Jahreszeit guten Winterschutz.

Tipp für Kübel Bepflanzung: Je älter ein Rosmarin wird, desto seltener muss man ihn umtopfen. Pflanzen Sie ihn daher am besten von Anfang an in einen ausreichend großen Topf.

Winterschutz

Temperaturen bis -10°C hält Rosmarin unbeschadet aus, weshalb er auch im Topf so lange wie möglich im Freien stehen kann. Wenn Sie ihn hereinholen, dann idealerweise in ein unbeheiztes Gewächshaus, das nicht unbedingt frostfrei sein muss.
Auch eine dunkle Überwinterung in der Garage bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt ist möglich. Hier verliert er zwar meist alle Blätter. Im Frühjahr treibt er aber wieder aus.
Rosmarin benötigt im Winter nur so viel Wasser, dass sein Wurzelballen nicht ganz austrocknet. Steht Rosmarin im Beet oder in einer Kräuterspirale, decken Sie seinen Wurzelbereich im Winter mit einer dicken Schicht Herbstlaub ab. Seine Krone kann mit Wintervlies oder mit Tannenreisig abgedeckt werden.

Krankheiten

Rosmarin ist kaum anfällig für Krankheiten. Oft befällt ihn allerdings Echter Mehltau. Ist die Erde zu nass, faulen außerdem seine Wurzeln und fördern so den Befall mit anderen Pilzkrankheiten.

Sehr selten suchen Blattläuse, Wollläuse oder Spinnmilben die Pflanze heim. Die meisten Schädlinge werden von der Pflanze jedoch wegen ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen nicht angelockt.

Rosmarin ernten, verwenden …

Rosmarin kann man ganzjährig ernten. Dazu nimmt man einzelne Blätter oder schneidet ganze Triebspitzen mit einem scharfen Messer ab. Rosmarin eignet sich frisch und mitgekocht zum Verfeinern von Fleisch und Geflügel. Er schmeckt auch hervorragend in Gemüseaufläufen, Erdäpfelgerichten und süßen Desserts. Frische Zweige können Sie zudem in Öl einlegen und zu Rosmarinöl verarbeiten. Sie lassen sich aber auch einfrieren oder trocknen, ohne dass sie dabei an Aroma verlieren. Getrocknet eignet sich Rosmarin auch für Kräuter-Potpourris und Tees. Rosmarin-Tee wirkt wegen der ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe kräftigend und hilft gegen Kopf- sowie Nervenschmerzen.

… und vermehren

Rosmarin wird durch Stecklinge vermehrt. Dazu schneidet man von der Pflanze zehn Zentimeter lange Triebspitzen ab, die im unteren Bereich schon etwas verholzt sind. Von diesen streifen Sie die unteren Blätter ab und pflanzen sie einzeln oder zu mehreren fünf Zentimeter tief in Töpfe mit Anzuchterde. Diese feuchten Sie an und stülpen einen durchsichtigen Folienbeutel über den Topf. Wenn sich an der Triebspitze frische grüne Blätter zeigen, hat der Steckling Wurzeln gebildet und kann vereinzelt werden. Rosmarin kann aber durch Aussaat vermehrt werden. Allerdings sind Sämlinge sehr empfindlich für Pilzkrankheiten und wachsen nur sehr langsam.

Spannendes rund um den Rosmarin

Rosmarin ist ein vielseitiges Kraut mit faszinierenden historischen und mythologischen Bedeutungen: Er galt als Denker-Kraut bei den antiken Griechen, bei den Römern als Schutzpflanze gegen böse Geister und in Spanien sollte es gegen Hexen wirken. In Frankreich sollte er sogar Albträume vertreiben. Rosmarinzweige galten als Symbol für Liebe und Treue bei Hochzeiten, dienten zur Luftreinigung während der Pestzeiten und zur Verbesserung der Konzentration; Schüler trugen sogar Rosmarinkränze, um klüger zu werden und Chorsänger trugen Rosmarin als Zeichen der Erlösung zu Weihnachten.

Tatsächlich regt der intensive Duft den Kreislauf an und kann die Konzentration fördern, weshalb er oft beim Lernen verwendet wird. Doch Vorsicht bei Bluthochdruck. Wegen seiner durchblutungsfördernden Wirkung sollte er bei hohem Blutdruck nur in Maßen konsumiert werden.
Übrigens wurde Rosmarin bereits seit dem Mittelalter in Salben für Pferde bei Gelenkproblemen und Nervenleiden genutzt.

Selbst in der Literatur taucht Rosmarin prominent auf: „Da ist Vergissmeinnicht, das ist zum Andenken; ich bitte Euch, liebes Herz, gedenkt meiner! – Und da ist Rosmarin, das ist für die Treue.“ Das sagt Ophelia in ihrem Wahn zu ihrem Bruder Laertes in Shakespeares Hamlet, wobei Rosmarin hier die unverbrüchliche Treue und das Andenken an ihren Vater Polonius symbolisiert, der von Hamlet getötet wurde. Da gibt es noch den Glauben, der besagt, dass ein Rosmarin-Busch niemals höher wächst als Jesus Christus groß war. Und auch zu erwähnen wäre, dass man bei den alten Griechen den Rosmarin der Göttin Aphrodite weihte, er galt als ein Symbol für Fruchtbarkeit.

Und dann ist da als Letztes noch die Tatsache, dass Rosmarin wunderbar zu mediterranen Gerichten und Speisen passt. Rosmarin ist also schon immer ein beliebtes Kraut gewesen, stellt hiermit Ihr Redakteur zum Abschluss fest.

Gemüsegarten von Friedrich Hauk


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