Pfefferminze - Das Teekraut für die Hausapotheke

Die Pfefferminze sollte in keinem Garten fehlen, denn die Blätter lassen sich leicht trocknen, um daraus Tee zu bereiten. Dieser hilft bei allerlei Beschwerden wie Magen-Darm-Erkrankungen, Kopfschmerzen, aber auch Erkältungen oder Herpes. Die Pflanze ist winterhart, robust und unproblematisch im Garten und die aromatischen, krautigen Minzsorten fühlen sich an feuchten Standorten wie Wiesen oder Ufern sehr wohl.

Sie sind sehr widerstandsfähig und vermehren sich gerne durch unterirdische Ausläufer oder Rhizome. Wer Minze im Garten kultiviert, kann davon ein Lied singen, denn sie vermehrt sich sehr schnell und oft unkontrolliert. Daher Minze in Töpfe setzen und diese im Boden eingraben, so freut sich auch der Gärtner. Ansonsten wird sie gerne aus dem Garten verbannt und mit dem gefürchteten Giersch auf eine Stufe gestellt. Denn auch bei der Minze treiben kleine Wurzelreste jederzeit wieder an.

Der Tee für Kopf und Magen

Minze ist mit etwa 30 Arten eine typische Pflanze der Nordhalbkugel, auf der Südhalbkugel finden sich nur ganz wenige Arten. Als Küchen- und Teekraut werden die Blätter frisch oder getrocknet verwendet. Das meiste Aroma besitzen sie vor der Blüte und in den Morgenstunden. Die Pfefferminze unterscheidet sich von den anderen Arten durch einen sehr hohen Gehalt an Menthol und durch den typischen leicht scharfen Geschmack, von dem die Pflanze auch ihren Namen hat. Pfefferminze wirkt vor allem krampflösend, entspannend, aber auch gegen Viren und Bakterien. Die entspannende Wirkung hilft bei Magen-Darmverstimmungen oder leichten Gallenbeschwerden. Jedoch sollte das Kraut, wie viele andere Heilkräuter auch, nicht regelmäßig getrunken werden, denn zu viel Pfefferminztee fördert die Bildung von Magensäure und kann so zu Sodbrennen führen. Die entspannende Wirkung hilft auch bei Kopfschmerzen. Vor allem hilft hier das Pfefferminzöl, das auf Stirn und Schläfen aufgetragen wird. Laut Studien soll das ätherische Öl wie eine Kopfschmerztablette wirken und besonders bei Verspannungskopfschmerzen helfen, aber auch die Beschwerden bei Migräne lindern. Eine Tasse Pfefferminztee vor dem Schlafengehen beruhigt die Nerven und hilft beim Einschlafen.

Pfefferminzöl bei Kopf- oder Muskelschmerzen

Das ätherische Öl kann man in der Apotheke oder in der Drogerie kaufen. Der kühlende Effekt hilft bei Verspannungen und auch Muskelschmerzen, jedoch vertragen einige Menschen das Öl nicht pur auf der Haut. Es kann zu Hautreizungen führen. Daher empfiehlt es sich, das Öl nicht direkt auf die Haut aufzutragen, sondern mit Fett zu mischen. Für eine kühlende Salbe verwendet man am besten 50 g Kokosöl, das man nur leicht erwärmt. Darin löst man 15 bis 20 Tropfen Pfefferminzöl, verrührt die Mischung und füllt die Salbe in ein Schraubglas oder eine Cremedose. Oder man füllt einen kleinen Roll-On mit 25 ml Rapsöl und löst darin etwa 20 Tropfen Pfefferminzöl. Der kleine Roll-On passt in jede Tasche und so lässt sich bei beginnenden Kopfschmerzen jederzeit das Öl einfach auf Stirn oder Nacken auftragen.

Aber auch bei Herpes soll das ätherische Öl helfen. Wer es bei den ersten Anzeichen aufträgt, hat so gute Chancen, die Viren abzutöten und die Entwicklung von Herpesbläschen zu verhindern.

Das Kraut zum Mischen

Pfefferminze als Vorrat trocknen, geht ganz einfach. Dazu werden die Triebe bodennah abgeschnitten und locker auf ein Küchengitter gelegt. Die getrockneten Triebe werden in einem Schraubglas dunkel aufbewahrt, die Blätter werden erst kurz vor der Verwendung zerkleinert. Pfefferminze wirkt gut als Tee, aber er kann auch mit vielen anderen Heilkräutern gemischt werden, sodass sich die Wirkungen ergänzen. Bei Magen-Darm-Beschwerden wird Pfefferminze gerne mit Kamille und Melisse oder mit Fenchel und Kümmel kombiniert. Für einen besseren Schlaf empfiehlt sich eine Kombination mit Hopfen und Melisse, bei Erkältungen und Übelkeit mit Ingwer, und bei Kopfschmerzen mit Melisse und Mädesüss.

von Mag.a Andrea Jungwirth, Ernährungswissenschafterin


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