Novembergedanken vom Redakteur der Verbandszeitschrift „Kleingärtner“

Liebe Leserin, lieber Leser,

im November kann es trotz Klimawandel manchmal empfindlich kalt werden, und in einigen Bundesländern ist selbst ergiebiger Schneefall nicht auszuschließen. Und daher zählt dieser letzte Herbstmonat mancherorts schon als Wintermonat. Ihr Redakteur, als Fleischliebhaber, hält es da eher mit den Niederlanden, dort hat sich der Begriff des Schlachtmonds eingebürgert, weil um diese Zeit großzügig geschlachtet wurde – um die Schweineherden zu reduzieren. Bei uns marschieren ja eher die Gänse auf die Wirtshaus- und Restauranttische, heutzutage als Brauchtum rund um Martini, in früheren Zeiten aber ebenfalls deshalb, um die Herden über den Winter klein zu halten.

Womit ich schon beim Thema Essen bin, das in unserer Monatsschrift zwar genügend Raum bekommt, aber in seiner Gesamtheit noch immer zu wenig beachtet wird. So lange ist es ja noch nicht her, wo Gärtnern als altmodisch, kleinkariert und wer weiß was noch galt. Wer sein Gemüse selbst zog, wurde als arm eingestuft oder als exzentrisch angesehen. Das hat sich in den letzten Jahren gründlich geändert, dank vieler junger Familien, denen der eigene Garten als Statement für mehr Nachhaltigkeit im Leben gilt - sie pflanzen, ernten und vermehren weiter, was ihnen wichtig ist und schmeckt.

Für viele dieser jungen Gärtnerinnen und Gärtner wird daraus ein leidenschaftlich betriebenes Projekt, das Wert legt auf Vielfalt und die Zusammenhänge in dem ihnen anvertrauten Stück Natur berücksichtigt. Das wieder trägt dazu bei, dass Lebensmittel wertgeschätzt werden und eine neue Kompetenz im Umgang mit unserem Essen aufgebaut wird – Wegwerfen war gestern heißt es neuerdings immer öfter. Diesem Umstand trägt auch die monatliche Seite „Restlküche“ in unserer Zeitung Rechnung.

Natürlich hat sich einiges im Lauf der Jahrzehnte geändert, heute zum Beispiel weiß man, wieviel Wasser nötig ist, um ein Kilogramm Paradeiser ernten zu können, es sind (je nach Lage) zwischen 110 und 180 Liter. Für Sojaliebhaber sei angemerkt, dass ein Kilogramm Sojabohnen mit mehr als 2.000 Liter Wasser zu Buche steht, was wieder insofern wenig erscheint, weil ein Kilogramm Rindfleisch mit gut 15.500 Liter Wasser zu verifizieren war. Den wohl größten Fußabdruck liefert Kaffee, da wurde errechnet, dass bei einer Tasse, die 7 Gramm duftender Kaffeebohnen benötigt, 140 Liter Wasser benötigt werden – weltweit ergibt das jährlich 120 Billionen Liter Wasser nur durch den Kaffeekonsum.

Diese Zahlen sind deshalb interessant, weil wir beim Duschen nur etwa 50 Liter Wasser täglich verbrauchen. Würden wir also nie wieder duschen, sparten wir gerade 50 Liter Wasser täglich - würden wir aber nie wieder Fleisch essen, ergäbe das eine Einsparung von 800 Liter pro Tag. Ihr Redakteur möchte sich weder das erstere, aber schon gar nicht das letztere vorstellen. Wobei: erstunken ist noch niemand.

Einen schönen November wünscht Ihnen Ihr Redakteur