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Werk VI
| Gegründet: |
1933 |
| Anschrift: |
1210
Wien, Siemensweg 10 |
| Parzellen: |
29 |
| Grundeigentümer: |
Gemeinde
Wien |
| Generalpächter: |
Zentralverband
der Kleingärtner |
| Widmung: |
Eklw |
Die
Anlage befindet sich im ehemaligen Gemeindegebiet von
Leopoldau an der Leopoldauer Straße 107.
Die Anlage war bis 1933 als Gruppe dem Kleingartenverein
Leopoldau angeschlossen.
Die Kleingartenanlage des Vereines "Werk VI"
befindet sich, wie schon der Vereinsname bekundet, auf
militärhistorischem Boden. Nicht wie meist vom
Volksmund behauptet handelt es sich bei diesen Schanzen
(Werken) um Befestigungsanlagen aus der napoleonischen
Zeit, sondern aus dem Jahre 1866, dem Krieg zwischen
Österreich und Preußen. Als die österreichische
Nordarmee am 3. Juli 1866 nach stundenlangem erbittertem
Kampf geschlagen von der Preußischen Armee das
Schlachtfeld von Königgrätz räumte, befürchtete
die österreichische Heeresführung einen Vormarsch
der preußischen Truppen auf Wien. Schon vor Ausbruch
des Krieges hatte die österreichische Armeeleitung
die Befestigung der Donaulinie und insbesondere die
Anlage eines verschanzten Brückenkopfes bei Wien
gefordert. Da zu dieser Zeit nur zwei hölzerne
Jochbrücken bei Floridsdorf Wien mit dem nördlichen
Donauufer verbanden, nämlich die Taborbrücke
und die unweit davon stromabwärts gelegene Eisenbahnbrücke
der Kaiser Ferdinand- Nordbahn, war die Anlage einer
Befestigung um Floridsdorf eine der ersten Notwendigkeiten.
Da aber diese Übergänge im Kriegsfall nicht
ausreichten, hatte man südwestlich von Stadlau
über die damals sehr verzweigte Donau zusätzlich
mehrere Kriegsbrücken geschlagen, die nun ebenfalls
durch ein Befestigungswerk gedeckt werden mußten.
In einer Sitzung militärischer und ziviler Behörden
am 7. April 1866 war daher - spät genug - beschlossen
worden, am linken Wiener Donauufer ein befestigtes Lager
zu errichten, dessen Kern zwei Brückenköpfe
bei Floridsdorf und Stadlau bilden sollten, um die außerdem
noch eine gemeinsame Gürtellinie einzurichten war.
Der Brückenkopf von Floridsdorf, der die Orte Jedlesee,
Groß-Jedlersdorf und Floridsdorf umfaßte,
sollte demnach aus 8 Haupt- und 8 Zwischenwerken bestehen,
die durch Brustwehren und Verhaue untereinander verbunden
waren.
Eines dieser Hauptwerke war das Werk 6. Auf dieser
Fläche des ehemaligen "Befestigungswerks Nr.
6" befindet sich heute die Kleingartenanlage des
"Kleingartenvereines Werk VI". Nach dem ersten
Weltkrieg wurden diese Anlagen als Mülldeponie
zweckentfremdet genutzt. Ach die Anlage des ehemaligen
Befestigungswerkes wurden mit Müll aufgefüllt.
Aufgrund der nach dem 1. Weltkrieg geltenden Gesetzeslage
und einer Ministerialverordnung vom 30. Oktober 1917
(Reichsgesetzblatt 427), womit die Verwendung von brachliegenden
städtischen unverbauten Gründen für Anbauzwecke
durch jedermann, der den Grund selbst bewirtschaften
wollte, ermöglicht wurde, entwickelte sich ein
kleingärtnerisches Leben auf der ehemaligen Schanze
"Werk VI".
Die Schrebergärtner dieser Anlage waren
bis zum Jahre 1933 als Gruppe "Werk VI" dem
"Kleingartenverein Leopoldau" angeschlossen.
In der Vollversammlung der Gruppe Werk VI am 22. Jänner
1933 wurde die Trennung vom Kleingartenverein Leopoldau
und die Bildung des selbständigen "Kleingartenvereines
Werk VI" beschlossen. Zum ersten Obmann in der
Vereinsgeschichte wurde Herr Alois Ploner und als Schriftführer
Herr Franz Mücke jun. gewählt. Die Kleingartenanlage
erstreckte sich damals bis an die Leopoldauerstraße
und bestand aus 55 Gartenparzellen. Eine Sommerwasserleitung
bestand bereits in den Dreißigerjahren. Eine Bestandssicherheit
für die Kleingartenanlage war damals nicht gegeben.
Der Pachtvertrag wurde nur jährlich verlängert,
da für dieses Gebiet immer noch Bauverbot bestand
und eine Räumung der Fläche für andere
Nutzungen jederzeit möglich sein mußte. Nach
den schrecklichen Kriegsjahren des 2. Weltkrieges und
dem Wiederaufbau eines Vereinsleben wurden im Jahre
1949 an der Leopoldauerstraße 13 Gärten abgesiedelt.
Dort wurde eine städtische Wohnhausanlage errichtet.
Der im Jahre 1948 neu gewählte Vereinsobmann
Adolf Hawelka sen., der Alois Ploner in dieser Funktion
ablöste war auch in den Fünfzigerjahren Bezirksobmannstellvertreter
der Floridsdorfer Kleingärtner. Auch in Bereichen
des Obstbaues, Adolf Hawelka sen. und der Kleintierzucht,
Anton Woditschka waren die Funktionäre aus der
Kleingartenanlage "Werk VI" in Floridsdorf
damals richtungsweisend. Immer wieder waren es Funktionäre
des Vereines "Werk VI" die führende Funktionen
in der Bezirksorganisation ausfüllten. Derzeit
bekleidet Adolf Hawelka jun., Obmann des Vereines Werk
VI das Amt des Kassiers im Bezirksverband.
Nach jahrzehntelanger Bestandsunsicherheit der
Anlage konnte im Jahre 1995 das einstige militärische
"Befestigungswerk Nr. 6" durch die Widmung
"Erholungsgebiet Kleingarten für ganzjähriges
Wohnen", allerdings in Form einer Kleingartenanlage
mit 28 Parzellen, in ihrem Bestand gesichert werden.
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