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Donaufelder Kleingärtner
| Gegründet: |
1923 |
| Anschrift: |
1210
Wien, An der Schanze |
| Parzellen: |
90 |
| Grundeigentümer: |
Gemeinde
Wien, Zentralverband,
private Eigentümer |
| Generalpächter: |
Zentralverband
der Kleingärtner |
| Widmung: |
Eklw/GS/WI |
Die
Stammanlage befindet sich im ehemaligen Gemeindegebiet
von Donaufeld und erstreckt sich von der Leopodauer
Straße Höhe Nr. 48 bis über den Satzingerweg.
Diese Stammanlage entstand nach dem Ersten Weltkrieg
und entwickelte sich danach stetig. Der Verein "Donaufelder
Kleingärtner" Wien XXI. bestand bereits zum
Zeitpunkt der ersten protokollierten Vollversammlung,
die am 30. Oktober 1922 stattfand. Bei dieser Vollversammlung
wurde die Selbständigkeit beschlossen, also die
Unabhängigkeit vom Verband der "Schrebergärten"
Wien 21. Erster Obmann der Vereinsgeschichte war Herr
Karl Cimburek. Erst zwei Jahre nach dem Entstehen der
Bezirksorganisation XXI trat die Sektion Donaufeld im
Jahre 1925 dieser bei. Verstreut über das gesamten
ehemaligen Donaufelder Gemeindegebiet entstanden in
den darauffolgenden Jahrzehnten Kleingartengruppen,
die dem Verein angeschlossen waren, beziehungsweise
es heute noch sind.
Im Jahre 1931 löste sich die Gruppe Töllerschanze
und wurde eigenständig. Nach zehnjähriger
Funktion als Obmann des Vereines wurde Karl Cimburek
in der Generalversammlung im Jahre 1933 von Johann Dachler
abgelöst. In den Dreißigerjahren mußten
immer wieder Parzellen der Industriegebietserweiterungen
weichen. Glücklicherweise stießen in diesen
Jahren laufend Gruppen zum Verein in denen auch Absiedler
aus der Stammanlage Aufnahme fanden. In der Zwischenkriegszeit
waren die Funktionäre und Mitglieder der Donaufelder
Kleingärtner besonders aktiv.
Anläßlich des zehnjährigen Bestandjubiläums im Jahre 1933 wurde am 17. September des selben Jahres
unter dem Ehrenschutz des Bürgermeisters Karl Seitz
und des Präsidenten des Verbandes Josef Gogg veranstaltete
der Verein seine erste Kleingarten- und Kleintierschau
mit der Sonderausstellung "Die Frau im Garten".
Der damalige Obmann Johann Dachler konnte zur Eröffnung
als Gäste begrüßen: Stadtrat Anton Weber,
der in Vertretung des Bürgermeisters die Eröffnung
der Ausstellung vornahm, Bezirksvorsteher Anton Feistl,
Alt- Bezirksvorsteher Bretschneider, Bezirksobmann Krawczykowski,
Bezirksobmann der Kleintierzüchter Karl Hinkel
sowie zahlreich erschienene Vereinsobmänner anderer
Vereine. Kollege Szentivanyi brachte Dahlienneuzüchtungen
zur Ausstellung, von welchen Stadtrat Weber eine als
"Landeshauptmann Bürgermeister Seitz"
und eine auf seinen Namen auswählte. Auch Präsident
Gogg wählte sich eine Dahlie, die unter seinem
Namen in den Handel kommen sollte.
Der politische Umschwung im Jahre 1934 hemmte
die Entwicklung des Vereines bezüglich Erweiterung
der Anlagen im Donaufeld keineswegs. Ganz im Gegenteil,
der Vorstandsmitglied des Verwaltungsausschusses Herr
Baumeister Ritthaler unterstützte den "Expansionsdrang"
der Donaufelder Vereinsleitung hinsichtlich Schaffung
neuer Kleingärten. Baumeister Ritthaler wurde in
der Generalversammlung des Jahres 1935 zum "Ehrenobmann"
ernannt. Er war unter anderem auch im Jahre 1935 wesentlich
an der Schaffung der Voraussetzungen zur Entstehung
der Anlage Kefedergrund beteiligt. Der Kefedergrund
war als Gruppe dem Verein der "Donaufelder Kleingärtner"
angeschlossen.
Im Jahre 1935 bestand der Verein aus folgenden
Gruppen: Redlgrund - Gruppenleiter Herr Pista; Glasfabrik
- Gruppenleiter Herr Rokofsky; Schanze - Gruppenleiter
Herr Stil; Jahngrube - Gruppenleiter Herr Graf; Krautschneiderwiese
- Gruppenleiter Herr Vukurieder; Klemmgrund - Gruppenleiter
Herr Büchele; Freytaggasse - Gruppenleiter Herr
Russ; Hartlgrund - Gruppenleiter Herr Nowak; Kefedergrund:
- Gruppenleiter Herr Haupt. Am 14.8.1941 übernahm
Herr Neumann die Leitung des Vereines, da Kollege Dachler
zum Militär einrücken mußte. Sofort
nach Kriegsende wurde die Vereinstätigkeit wieder
aufgenommen.
Die erste Ausschußsitzung nach dem Kriegsende
wurde am 14.7.1945 abgehalten. Inzwischen hat Kollege
Stebel die Funktion des Obmannes der Donaufelder Kleingärtner
übernommenen. In der Generalversammlung vom 30.3.1947
wurde der ehemalige Obmann der Dreißigerjahre
Herr Johann Dachler, der alle politische und militärische
Umbrüche seit dem Jahre 1934 als durchgestanden
hatte, zum neuen Obmann an der Spitze des Vereines der
"Donaufelder Kleingärtner" gewählt.
Mit viel Geschick konnte die Vereinsleitung damals auch
eine kommissarische Leitung des Vereines durch kommunistische
Parteigenossen verhindern. Auch in diesem Verein war
damals der Kleingärtnergemeinschaftsgeist dominierender
als parteipolitische Interessen einzelner Vereins-,
beziehungsweise Vorstandsmitglieder.
Im Rahmen des 25jährigen Gründungsfestes des Vereines am 30. Oktober 1948 wurde Vereinsgründer
und erster Obmann in der Vereinsgeschichte der "Donaufelder
Kleingärtner" Karl Cimburek ebenso wie zahlreich
anwesende Gründungsmitglieder geehrt. Aus dem Bericht
des Obmannes Dachler ging hervor, daß der Verein
im Jahre 1948 aus 19 Gruppen mit einer Gesamtfläche
von 126.000 m² bestand worauf 234 Vereinsmitglieder
ihre Parzellen bewirtschafteten. Überdies standen
dem Verein je 15000 m² Ernteland und Futterparzellen
zur Verfügung.
Anläßlich des dreißigjährigen
Vereinsbestandes veranstaltete der Verein, neben
der im Jahre 1953 abgehaltenen Festversammlung, am 4.
und 5. September 1954 eine Jubiläumsaustellung.
In den Fünfzigerjahren lösten sich vom Stammverein
immer wieder Gruppen und wurden eigenständige Vereine.
So zum Beispiel entstand im Jahre 1952 aus der Gruppe
Kefeder der "Kleingartenverein Kefedergrund".
In der schnellebigen Zeit nach dem Wiederaufbau in den
Sechziger- und Siebzigerjahren wandelten sich auch der
Kleingärten im Donaufeld vom Nutzgarten zum Ziergarten.
Bedauerlicherweise fielen dem gesteigerten Wohn- und
Straßenbau in diesen Jahren einige Gruppen des
Vereines zum Opfer. Der wohl überregional bekanntesten
Räumung von Kleingärten zur Realisierung der
Trasse der Bundesstraße 3, die die Anlage zwischen
Leopoldauer Straße und Satzingerweg queren sollte,
würde nicht nur die Anlage sondern auch den Verein
in seiner Einheit zerstören.
Im Jahre 1978 löste sich abermals ein Teil
der Anlage und konstituierte sich zum Kleingartenverein
"Grünlandwidmung Donaufeld" mit einer
entsprechenden Widmung. Unter Berücksichtigung
der Bundesstraßentrasse wurden im Jahre 1997 durch
entscheidende Unterstützung der Bezirksvorstehung
alle Kleingärten der Donaufelder Stammanlage durch
eine entsprechende Widmung öffentlich rechtlich
abgesichert. Die von der Stammanlage weit entfernte
am Drygalskiweg gelegene Gruppe des Vereines der "Donaufelder
Kleingärtner", die Anlage "An der Schanze"
wird demnächst auf Wunsch der Mitglieder dieser
Gruppe eine bestandsabsichernde Widmung erhalten.
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