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Schafbergsiedlung
| Gründung: |
1920
bis 1925 |
| Sitz: |
1170
Wien, Czartoryskigasse 190 - 192 |
| Parzellen: |
258 davon
sind derzeit 34 im Eigentum |
| Grundeigentümer: |
Gemeinde
Wien |
| Generalpächter: |
Zentralverband
der Kleingärtner |
| Widmung: |
Eklw
(„Erholungs,-Kleingartengebiet für ganzjäriges
Wohnen“)
|
Derzeitige
Vereinsleitung:
Obmann: Walter Müller, Erna Blaha (Stv.), Robert Sommer (Stv.)
Kassier: Vera Gestrab, Renate Kröpfl
Schriftführer: Pfluger Martina, Mag. Almut Kleinhansl (Stv.)
Aufsichtsrat: Ing. Peter Berner, Erich Sprinzl, Monika Tschida
Fachberater: Anny Masek
Kanzleistunden:
Jeden 2. Samstag im Monat von 15-16 Uhr in der Vereinskanzlei
im Schutzhaus
Der
Kleingartenverein setzt sich aus folgenden Gruppen zusammen:
| B |
1170
- Czartoryskigasse 151 |
13 |
3.631
m² |
Josip
Sedlacek |
| C |
1170
- Czartoryskig./Schönbrunner Graben |
105 |
30.658
m² |
Erwin Masek |
| D |
1180
- Schönbrunner Graben/Dürwaringg. |
45 |
11.520
m² |
Johann Marik |
| D1 |
1180
- Schönbrunner Graben/Sonnenbadweg |
24 |
7.093
m² |
|
| E1 |
1170
- Anton Haidlg./Josef Redlg. |
27 |
8.774
m²
|
Richard
Judt |
| E2 |
1170
- Anton Haidlg./Josef Redlg. |
26 |
8.876
m² |
Anny
Masek |
| KNR |
1180
- Utopiaweg./Ladenburghöhe |
9 |
4.471
m² |
Walter
Hofer |
| LBH |
1180
- Josef Bindtnergasse |
9 |
2.967
m² |
Johann
Mulderer |
Bei
allfälligen Problemen oder Wünschen wenden
sie sich bitte vertrauensvoll an die zuständigen
Gruppenvertrauensperson.
Der
Schafberg und seine Geschichte!
Am
Schafberg, mit 388 Metern die höchste Erhebung
in unserem Bezirk, wurden auf den, dem Süden zugeneigten
Fluren "Sommer?Dürrwahring" und "Alseggen"
(urk. bereits 1333 erwähnt "in dem Alsekke")
(1), Reben gezogen. Auf diesen Hängen wuchs guter
Wein, der ebenso wie der Wein der nördlich gelegenen
"Hohenwarte" (1), der späteren "Türkenschanze"
(1), schon im 16. Jahrhundert nach den Niederlanden
ausgeführt wurde. Den langen Transport hat der
Wein gut überstanden und fand dort großen
Anklang.
Als
im Jahr 1809 die Franzosen der Stadt Wien immer näher
rückten, hat man das zur Verpflegung des österreichischen
Heeres notwendige Vieh auf dem heutigen Schafberg zusammengetrieben.
Da sich unter den Viehherden weniger Rinder, aber mehr
Schafe befanden, hat man den Berg, der früher keinen
Namen besaß, einfach Schafberg genannt. Die Schafzucht
hat man um diese Zeit und schon vorher in Wien und Umgebung
intensiv betrieben. Diese Benennung entspricht aber
nicht der tatsächlichen Herkunft des Namens. In
alten Urkunden wie zum Beispiel in einem Kaufbrief,
der sich im Archiv der Stadt Wien befindet, und der
vom XVII. Juni 1344 datiert ist, folgend: "Albrecht
der Norlinger und seine Hausfrau verkaufen ein halbes
Joch, gelegen am Schofberg bei Dornbach". Ebenfalls
in einer im Stadtarchiv erliegenden Urkunde vom 13.
Dezember 1352 stellen Xambert in den Strohhof und seine
Hausfrau" einen Revers aus, womit sie sich verpflichten,
das Gut ihres Neffen, bestehend aus "zwei Häusern
am Haarmarkt (2) und 3/4 Weingarten am Schofberg",
verwalten zu wollen. Am 14. Dezember 1434 spendet Jakob
Kollerer, Bürger zu Wien, mit letztem Willen seinen
"Weingarten am Schofberg" zur Abhaltung einer
Seelenmesse, die an seinem Todestage bei Sankt Stefan
gelesen werden mußte. Aus diesen drei und noch
weiteren Urkunden heißt es ausdrücklich "Schofberg"
und nicht "Schafberg", wie wir heute schreiben,
nur im Dialekt hat sich die ursprüngliche Form
erhalten.
Schafbergalpe
Geht man jedoch um etwa ein Jahrhundert zurück,
findet man, daß "Schof" nicht "Schaf"
sondern eine ganz andere Bedeutung hatte. Schof, im
13. Jahrhundert auch "Skoph" oder "Skof"
geschrieben, bedeutet einen ausgeholzten Wald, in dem
noch die Stöcke stehen geblieben sind, der aber
in der Folge als Weidefläche benützt wurde.
Der Südabhang, die sogenannte "Gersthofer
Hutweide", war zu dieser Zeit schon abgeholzt.
Die Entstehung der Form "Schafberg" kann also
leicht verfolgt und gedeutet werden: Der Schafberg hieß
erst Schofberg, ein Jahrhundert später weideten
auf der Hutweide die Schafe. Das alte Wort "Schof",
das ganz anderes bedeutete, geriet in Vergessenheit.
Die Leute meinten, es müsse Schafberg heißen,
weil hier immer Schafe weideten. Das gleiche Wort Schof
finden wir im "Schöpfl" im Wienerwald.
Das Stammwort Skoph, Skof oder Schof ist auch hier enthalten.
Die
Grundherrschaft über den größten Teil
des Schafberges übte die Herrschaft Pötzleinsdorf
aus, die erst im Zuge der Aufhebung der grundherrlichen
Strukturen nach dem Revolutionsjahr 1848 beseitigt wurde.
Vorher waren die Siedler der Pötzleinsdorfer Häuser
oder die Bebauer der Äcker und Weingärten
nicht Besitzer, sondern bewirtschafteten den Grund und
Boden gegen Zins und Robot. Der Sitz der Herrschaft
war das Schloß Pötzleinsdorf. Über die
Grundherrschaften berichtet das Währinger Heimatbuch
im Kapitel "Pötzleinsdorf" von August
Angenetter.
Die
unruhigen Zeiten des Mittelalters haben den Schafberg
nur wenig berührt. Erst zur zweiten Türkenbelagerung
Wiens haben nach der Überlieferung hier blutige
Kämpfe stattgefunden, die zum Teil die Entscheidung
der großen Entsatzschlacht brachten. Das sogenannte
"Rote Kreuz" (3) im Pötzleinsdorfer Schloßpark,
am Ende der Schafberggasse, erinnert an diese Schlacht.
Am 12. September1683 nach der Frühmesse brachen
die Sachsen, die Bayern und die kaiserlichen Truppen
von den Höhen des Kahlen? und Leopoldsberges auf
und erreichten am Nachmittag die Türkenschanze
bei Gersthof. König Sobiesky mit seinen Truppen
wählte jedoch den Umweg über Weidlingbach,
die Sofienalpe nach Neuwaldegg und Dornbach, um von
den Höhen des Schafberges die Türken in der
Flanke zu fassen. Die Türken leisteten erbitterten
Widerstand, doch mit Unterstützung der kaiserlichen
Reiter konnten sie geschlagen werden. Kara Mustapha,
der am "Kleinen Schafberg", wo sich heute
das Reservoir der Hochquellenleitung befindet, die grüne
Fahne des Propheten entfaltet hatte, wollte damit seine
Truppen zum Aushalten bewegen, doch flohen diese vor
der Übermacht der Entsatztruppen unter Zurücklassung
aller Kostbarkeiten. Reiche Beute fiel den Siegern,
in erster Linie den Polen, in die Hände.
Während
der Belagerung durch die Türken wurden die Vorstädte
und die Vororte Wiens fast völlig zerstört,
doch erholten sie sich bald wieder, und in den Weingärten
reiften wieder die Trauben, so auch auf den Hängen
des Schafberges. Zu dieser Zeit gab es hier kein Haus.
Erst im Jahr1853 nennt das Pötzleinsdorfer Grundbuch
das erste Haus auf dem Schafberg, das die Nummer 115
trug. Dieses Haus stand an der Stelle des später
erbauten Hotelrestaurants Schafbergalpe. Der Besitzer
dieses Hauses hieß Karl Paul, der sich mit seiner
Gattin und vier Kindern hier ansiedelte. Es ist jedoch
nicht bekannt, ob er das Haus auch erbaut hat. Paul,
ein sogenannter "Keuschler", war ein gutmütiger
Mensch, der mitzwei Pferden und einem Wagen für
die Leute in Pötzleinsdorf und Umgebung kleinere
Fuhrwerksdienste verrichtete. Wegen seiner Gutmütigkeit
und Gefälligkeit nannte man ihn auch das "Schaf
vom Berge", doch waren diese der Grund, daß
er immer mehr in Schulden geriet. Die kleine Wirtschaft
kam unter den Hammer des Exekutors und wurde am 10.
Mai 1880 von Ignaz Schreiner im Lizitationsweg ersteigert.
Schreiner ließ das schon baufällige Haus
herrichten und eröffnete eine Getränkeschank,
die sehr bald regen Zuspruch fand. Er war kein gelernter
Gastwirt, sondern hatte vorher eine Krämerei gegenüber
dem Landhaus in der Herrengasse in der Inneren Stadt.
Wenig bekannt dürfte es sein, daß unser heimatlicher
Dichter Adalbert Stifter schon in den 40er Jahren des
18. Jahrhunderts den Schafberg als Ziel seiner Wanderungen
in die Nähe Wiens wählte.
Wenn
heute Adalbert Stifter seinen Lieblingsplatz, den Schafberg
wiedersehen könnte, er würde sich kaum zurechtfinden.
anno 1925
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