Das Fachgruppenhaus
des Schulgartens Ottakring
Das
Fachgruppenhaus stand ursprünglich in Sandleiten, wurde
dort abgebaut und von der Frauenfachgruppe am jetzigen Standort
wieder errichtet, um zu ermöglichen, dass deren Funktionärinnen
hier ihre handwerklichen Tätigkeiten ausübten, Obst
verwerteten, um die Produkte dem Kinderspital zur Verfügung
zu stellen und die Jugend in diversen Fertigkeiten zu unterrichteten.
Im
Jahre 1967 wurde die Benützungsbewilligung für
das Haus erteilt. Als dann die Frauenfachgruppe immer mehr
zerfiel, wurde 1982 das Haus von der Obstbaufachgruppe übernommen
und saniert.
Im
Jahre 1988 erarbeitete die Kleingartenkommission zusammen
mit der Arbeiterkammer und der Gewerkschaft - Fachausschuss
für Gärtner und Floristen unter der tatkräftigen
Mitwirkung der MA 42 und der Obstbaufachgruppe ein Modell
zur Realisierung des Schulgartens. Im Rahmen eines Lehrlingswettbewerbes
wurde der 270 m² große Schul- und Versuchsgarten
angelegt und am 4. Mai 1990 feierlich eröffnet.
Im
Haus sind viele Dinge untergebracht:
Da sind einerseits die bei diversen Gelegenheiten ausgestellten
Präparate von Krankheiten und Schädlingen, insgesamt
567 an der Zahl. Weiters die steigende Zahl von Dias - derzeit
7.439 Stück - und die aus 149 Bänden bestehende
Bibliothek. Seit im Haus auch ein Computer vorhanden ist,
werden ständig Nachschlagebehelfe erstellt, die das Auffinden
von Problemen erleichtern sollen.
Der
Garten ist in mehrere Abteilungen gegliedert:
Nadelgehölze, Ziergehölze, Gemüse, Kräuter,
Blütenstauden, Einjahresblumen und Obstbau. Obst und
Ziergehölze werden selbst vermehrt, Sträucher wurden
auf Topfkultur umgestellt und auch beim Obst geht man wegen
Platzmangels in diese Richtung. Es ist nunmehr das 3. Jahr
und die Versuche mit Äpfeln und Pfirsichen sind erfolgversprechend.
Später kommen auch noch Birnen dazu. Diese Versuche sind
deshalb wichtig, weil durch die starke Bautätigkeit immer
mehr Balkonkästen gefragt sind. Das gibt natürlich
auch viel Mehrarbeit, weil man hier an heißen Tagen
2 x täglich gießen muss.
Wegen
des Windes muss man die Töpfe in die Erde versenken,
wodurch dann Wurzeln aus den Töpfen wachsen. Um einen
Erdschluss der Wurzeln zu verhindern, werden diese Töpfe
mit gelochtem Plastik umgeben und alle 2 Jahre eine Wurzelreduktion
vorgenommen. Ab Mai wird dann regelmäßig bis August
etwas Vollkorn spezial gegeben. Frostschäden gab es bisher
kaum. Zur Zeit kann man Grünstecklinge, Aussaat und Veredelungen
sehen. So geht z.B. der Flieder auf Liguster sehr gut. Das
Gemüse wird auf 6 Beeten (24 m²) in Mischkultur
gezogen, wobei variiert wird um gute und schlechte Nachbarn
herauszufinden. So gehen die Gurken (Gebirgstrauben) zusammen
mit roten Rüben nicht schlecht, aber mit Kohlrüben
vertrugen sie sich nicht und blieben im Wachstum stehen. Es
ist ein Märchen, wenn man sagt Mischkulturpflanzen fördern
sich gegenseitig. Es geht immer zu Lasten der beiden Pflanzen.
Beim
Eingang zum Garten steht eine Solitärpflanze im Topf,
die je nach Jahreszeit ausgetauscht wird um immer eine schöne
blühende Pflanze beim Eingang - als Art Reklame zu haben.
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